
Stell Dir einen Luftballon vor. Innen ist ein Raum, und in diesem Raum lebst Du. Alles, was Du siehst, hörst und fühlst, ist hier drinnen.
Und doch bist Du nicht nur drinnen. Von außen drückt etwas sanft gegen die Haut des Ballons, und innen entsteht eine Form. Diese Form bist Du. Daneben drückt etwas anderes, und eine zweite Form entsteht. Ein anderer Mensch. Ein Baum. Ein Tier. Ein Wort.
Keine Form gleicht der anderen. So wie keine Schneeflocke einer anderen gleicht, auch wenn alle aus demselben Wasser sind. Und doch kommen alle Formen von dort, wo kein Name ist, aus dem, was den Ballon von allen Seiten umgibt.
Wenn Du jemandem begegnest, berühren sich zwei Formen. Ganz verschieden. Und manchmal, in einem stillen Augenblick, erkennst Du Dich im anderen. Nicht weil er ist wie Du, sondern weil Ihr beide aus derselben Weite kommt.
Darin liegt eine große Freiheit. Du musst nichts erklären. Du musst nichts beweisen. Du musst nicht wissen, wer Du bist. Du bist eine Form, die für eine Weile hier ist, und zugleich das Namenlose, das sie trägt.
Vergangenheit und Zukunft dürfen fallen. Es gibt nur diesen Raum, diesen Moment, diese Berührung.
Guido